Chumbe Island: Korallenpark vor Sansibar

Westlich von Unguja liegt eine kleine Insel, deren Riff seit Jahrzehnten niemand befischen darf. Du schnorchelst dort im flachen Wasser über Korallen, gehst durch einen dichten Wald auf altem Korallengestein und steigst auf einen Leuchtturm aus der Kolonialzeit.

Meer & Schnorcheln · zuletzt geprüft

Freigelegtes Riffdach bei Niedrigwasser mit zwei roten Seesternen vor Chumbe Island
Foto: Zenith4237, CC BY-SA 4.0 · Details

Chumbe Island auf einen Blick

Lage
8 km westlich von Unguja1
Geschützt seit
19942amtlich
Rifffischarten
5143
Riffschutzgebiet
55 Hektar, voll geschützt3
Leuchtturm
gebaut 1904, noch in Betrieb4amtlich
Schutzgebiet, Erwachsene
10 US-Dollar pro Tag5

Zuletzt geprüft am 26.10.2026. Alle Quellen ansehen

Was ist Chumbe Island Coral Park?

Ein Schutzgebiet aus Insel und Riff, 8 Kilometer westlich von Unguja1. Die Weltdatenbank der Schutzgebiete führt es als Schutzgebiet und geschlossenes Waldreservat2 mit dem Statusjahr 19942. Gemeldet sind 0,72 km²2, eingestuft in die IUCN-Kategorie II2.

Zum Park gehören zwei Teile. Das Riffschutzgebiet umfasst 55,06 Hektar und ist voll geschützt3. Auf der Insel liegt ein Waldreservat von 16,64 Hektar3 auf Korallenkalk. Laut Marine Conservation Institute ist Chumbe das erste Meeresschutzgebiet Sansibars6.

Wer verwaltet das Schutzgebiet?

Eine gemeinnützige Firma namens Chumbe Island Coral Park, kurz CHICOP. So steht es in der Weltdatenbank: Verwaltung und Eigentum liegen bei einer gemeinnützigen Organisation2.

Die Grundlage beschreibt ein Bericht des UN-Generalsekretärs von 2011. Darin heißt es, die Regierung von Sansibar habe 1994 ein Schutzgebiet um die Insel und ihr Saumriff eingerichtet und die Verwaltungsrechte an den Park übertragen7. Eine Fachstudie in der Zeitschrift Oryx ergänzt: Riff und Wald verwaltet CHICOP per Vertrag mit dem Staat, die Fläche für den Ökotourismus pachtet die Firma direkt8.

Der Tourismusbetrieb auf der Insel öffnete 19983. Laut Tanzania Tourist Board fließen alle Gewinne aus dem Tourismus in die Schutz- und Bildungsprogramme des Parks4. Der UN-Bericht nennt Chumbe deshalb ein bemerkenswertes Beispiel für Zahlungen für Ökosystemleistungen bei Korallenriffen7. Das Marine Conservation Institute hat das Riffschutzgebiet als Blue Park ausgezeichnet6.

Kann man Chumbe als Tagesausflug besuchen?

Laut Tanzania Tourist Board kannst du Chumbe als Tagesausflug besuchen oder in Öko-Bungalows übernachten4. Laut The Citizen gibt es auf der Insel sieben Öko-Bungalows1. Die genaue Lage zeigt die Karte weiter unten.

Was siehst du beim Schnorcheln am Riff?

Am Riff sind laut Reef Resilience Network mindestens 59 Gattungen von Steinkorallen3 und 514 Rifffischarten3 nachgewiesen. Der Korallenexperte J.E.N. Veron war 1997 dort und nannte das Riff einen der spektakulärsten Korallengärten der Welt6.

Tauchen darfst du hier nicht. Laut Tanzania Tourist Board ist Tauchen im Meerespark verboten, das Riff ist aber flach genug für Maske, Schnorchel und Flossen4. Guides führen täglich Schnorchel- und Waldtouren4. Laut Betreiber dauert eine geführte Schnorcheltour etwa eine Stunde, die Ausrüstung wird gestellt9.

Das Riff ist ein wichtiges Nahrungsgebiet für Grüne Meeresschildkröten und Echte Karettschildkröten6. Beobachtet wurden außerdem Buckeldelfine, Spinnerdelfine und Indopazifische Große Tümmler6.

Rücksicht auf das Riff

Der Betreiber erwartet von allen Gästen, dass sie sich an den Verhaltenskodex von UNEP und Green Fins9 halten.

Wie viel Fisch lebt am geschützten Riff?

Das zeigt ein Vergleich mit befischten Stellen. Die Fischbiomasse lag laut Reef Resilience Network 2017 und 2018 bei mehr als 2.500 kg pro Hektar3. Das ist mehr als siebenmal so viel wie zu Projektbeginn3. An einer befischten Vergleichsstelle waren es im selben Zeitraum weniger als 500 kg pro Hektar3.

Auch bei Korallenbleichen schnitt Chumbe besser ab. Laut Marine Conservation Institute bleichten und starben die Korallen hier bei früheren Bleichen deutlich weniger als anderswo6.

Was lebt im Wald von Chumbe?

Im Korallenkalkwald der Insel leben laut Tanzania Tourist Board der gefährdete Aders-Ducker, Palmendiebe, Einsiedlerkrebse und verschiedene Vogelarten4. Nachgewiesen sind 178 Pflanzenarten, 82 Prozent davon einheimisch3.

Laut Betreiber führt ein Pfad um den südlichen Teil des Waldes, die geführte Waldwanderung dauert eine Stunde9.

Palmendiebe: die größten Krebse an Land

Der Palmendieb, auch Kokosnusskrebs genannt, ist der größte landlebende Zehnfußkrebs10. Auf Chumbe hat er einen Rückzugsort, denn die Insel ist unbewohnt und geschützt10. Das schreibt eine Studie in Oryx von 2021.

Eine Zählung von 2013 schätzte den Bestand auf 446 Tiere10. Die auf Chumbe gefangenen Krebse wogen im Schnitt 1,29 Kilogramm10. Größe und Geschlechterverhältnis deuten laut den Forschenden auf einen wachsenden oder stabilen, beträchtlichen Bestand10 hin.

Tagsüber siehst du sie kaum. Die Zählungen begannen um 19.15 Uhr, wenn die Krebse aktiv wurden10. Laut Betreiber können Übernachtungsgäste abends mit den Rangern Palmendiebe suchen9.

Palmendieb (Kokosnusskrebs) nachts auf Korallengestein auf Chumbe Island
Foto: Zenith4237, CC BY-SA 4.0 · Details

Wann lohnt sich eine Wanderung bei Ebbe?

Bei Springniedrigwasser. Laut Betreiber sind Gezeitenwanderungen rund um die ganze Insel nur bei Springniedrigwasser um Neu- und Vollmond möglich, kürzere bei den meisten Niedrigwassern9. Wann Niedrigwasser ist, siehst du auf unserer Seite zu Ebbe und Flut auf Sansibar.

Was hat es mit dem Leuchtturm auf sich?

Laut Tanzania Tourist Board wurde der Leuchtturm 1904 von den Briten gebaut und ist noch in Betrieb4. Das amtliche Leuchtfeuerverzeichnis der USA beschreibt ihn als weißen viereckigen Turm11. Sein Feuer zeigt alle 11 Sekunden einen weißen Blitz11, aus 37 Metern Höhe11 und mit 16 Seemeilen Reichweite11.

Laut Betreiber führen 132 Stufen9 nach oben. Der Turm lief seit den 1920er-Jahren mit Gas und seit 2013 mit Solarstrom9.

Daneben stehen zwei weitere alte Bauten. Das frühere Haus des Leuchtturmwärters ist heute Bildungszentrum und Restaurant, außerdem gibt es eine Moscheeruine4. Die Moschee zählt laut Betreiber zu den wenigen Moscheen indischer Bauart auf Sansibar, gebaut für den indischen Leuchtturmwärter9.

Was macht Chumbe für Schulen und Fischer?

Seit Start des Umweltbildungsprogramms 2000 waren laut Reef Resilience Network mehr als 8.439 Schülerinnen und Schüler3 auf eintägigen Exkursionen dort.

Der Park beschäftigt 41 Menschen aus Sansibar, das sind 95 Prozent des Personals3. Acht der Ranger und Guides3 waren früher Fischer.

Was kostet der Eintritt im Schutzgebiet?

Chumbe liegt im Meeresschutzgebiet Chumbe and Changuu-Bawe Marine Conservation and Tourism Use Management Area5. Dafür gelten die Gebühren der Meeresschutzgebiete Sansibars, seit 1. September 20255 in neuer Höhe.

Wer nicht aus Ostafrika kommt, zahlt als Erwachsener 10 US-Dollar pro Tag5. Kinder von 5 bis 15 Jahren zahlen 5 US-Dollar5, Kinder unter 5 sind frei5. Was sonst auf Sansibar an Gebühren anfällt, steht unter Kosten auf Sansibar.

Was gibt es in der Nähe noch?

Vor Stone Town liegt auch Changuu, die Prison Island mit ihren Riesenschildkröten. Palmendiebe leben außerdem auf Mnemba im Nordosten. Was du in Stone Town sehen kannst, steht auf unserer Stadtseite. Die Lage aller Ziele zeigt die Sansibar-Karte, weitere Ideen findest du unter Ausflüge auf Sansibar.

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Wo liegt Chumbe Island?

Die Lage zeigt die Karte rechts nach OpenStreetMap-Daten.

Karte der Insel Unguja (Sansibar) mit den Strandorten Chumbe Island; hervorgehoben: Chumbe Island; Stone Town zur Orientierung
  • Chumbe Island
Stone Town
Kartendaten: © OpenStreetMap contributors (ODbL)

Häufige Fragen zu Chumbe Island

Darf man auf Chumbe Island tauchen?
Nein. Laut Tanzania Tourist Board ist Tauchen im Meerespark zum Schutz der Korallen nicht erlaubt. Das Riff ist aber so flach, dass du mit Maske, Schnorchel und Flossen alles gut siehst. Guides begleiten täglich Schnorcheltouren (siehe Quellen).
Kann man Chumbe als Tagesausflug besuchen?
Ja. Laut Tanzania Tourist Board kannst du Chumbe als Tagesausflug besuchen oder in einem der Öko-Bungalows übernachten. Laut Betreiber können Übernachtungsgäste abends mit den Rangern Palmendiebe suchen (siehe Quellen).
Seit wann ist Chumbe geschützt?
Laut einem Bericht des UN-Generalsekretärs richtete die Regierung von Sansibar 1994 ein Schutzgebiet um die Insel und ihr Saumriff ein. In der Weltdatenbank der Schutzgebiete steht Chumbe als Schutzgebiet und Waldreservat der IUCN-Kategorie II (siehe Quellen).
Wie viele Fischarten gibt es am Riff von Chumbe?
Laut einer Fallstudie des Reef Resilience Network sind am Riff 514 Rifffischarten und mindestens 59 Gattungen von Steinkorallen nachgewiesen (siehe Quellen).
Was kostet der Eintritt ins Schutzgebiet um Chumbe?
Chumbe gehört zum Meeresschutzgebiet Chumbe and Changuu-Bawe. Seit 1. September 2025 zahlen Erwachsene von außerhalb Ostafrikas dort 10 US-Dollar pro Tag, Kinder von 5 bis 15 Jahren 5 US-Dollar, Kinder unter 5 nichts (siehe Quellen).

Quellen

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